Der philosphische Mittwoch: Simone de Beauvoir und das andere Geschlecht

Doch der Mensch liebt die Schwierigkeit nicht; er fürchtet sich vor der Gefahr. Mit sich selber im Widerspruch, strebt er gleichzeitig nach Leben und Ruhe, nach Existenz und Sein; er weiß wohl, daß die „Unruhe des Geistes“ der Preis für seine Entwicklung ist und seine Entfremdung vom Objekt der Preis für seine Gegenwart bei sich selbst; aber er träumt von Ruhe in der Unruhe und von einer dichten Fülle, in der dennoch sein Bewußtsein Raum zum Wohnen hat. Die Gestaltwerdung dieses Traums ist nun eben die Frau; sie ist das ersehnte Mittlere zwischen der dem Menschen fremden Natur und einem Gleichen, das ihm selbst allzu identisch wäre.

Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht – Sitte und Sexus der Frau. Rowohlt-Verlag Erstausgabe 1951 (Französisches Original 1949) Hier Ausgabe v. 1968 S. 153

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