Frohe Ostern und hasiges Eiersuchen …

Wir nutzen die Osterzeit bei unseren Lieben u.a. zum Lesen und ihr dürft gespannt sein auf baldige verdichtete gebloggte Buch- und Kunstkritik. Um euch die diesjährige Oster-Tristesse ein wenig augenzwinkernd zu versüßen, kommt hier für euch das ultimative Oster-Gedicht von Joachim Ringelnatz:

Ostern

Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
„Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“
Endlich reimt
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, –
Dann mit jenen Dichterlingen
Und mit deren jugendlichen Bräuten
Draußen schwelgen mit berauschten Händen –
Ach, das denk ich mir entsetzlich,
Außerdem – unter Umständen –
Ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
Durch geheime Gänge und Gedärme
In die Zukunft zieht,
Und wie dankbar wir für solchen Segen
Sein müssen.
Ach, ich könnte alle Hennen küssen.
Die so langgezogene Kugeln legen.

Wer nicht spätestens jetzt den Frühling im Gedärm spürt, der sollte einfach noch ein wenig Ringelnatz lesend hasengleich durch die Welt hüpfen =)

>>> Jochachim Ringelnatz: Das große Lesebuch. Hrsg. v. Mirjam Neusius. Fischer Verlag FaM Gedicht „Ostern“ aus dem Band „Allerdings“, Original v. 1928

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4 Gedanken zu “Frohe Ostern und hasiges Eiersuchen …

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