XXVII. Sonntag mit Proust

Tatsächlich hatte er die Gewohnheit, stets das, was er hörte oder las, mit einem gewissen, bereits bekannten Text zu vergleichen, und seine Bewunderung war dann groß, wenn er zwischen beiden keinen Unterschied fand. Diese Geistesverfassung ist nicht uninteressant, denn, auf politische Unterhaltungen oder auf die Lektüre der Zeitungen angewendet, ist sie die Basis der politischen Meinungsbildung und bringt auf diese Weise große Begebenheiten in Fluß.

Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Teil 3.2: Die Welt der Guermantes, Dtsch. von Eva Rechel-Mertens, Frankfurt: Suhrkamp, 1982

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3 Gedanken zu “XXVII. Sonntag mit Proust

  1. Hallo Laura,

    ich bin auch großer Fan von Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ (und bin vor kurzem im sechsten Teil angekommen, also ein Ende ist langsam in Sicht). Das Ende von „Die Welt der Guermantes“ ist bisher meine Lieblingsstelle. Ich bin gespannt, was Du dazu sagst!

    Alles Gute!

    August

  2. Hallo August, na da machst du mich nun aber besonders neugierig 😉 Und wie schön, dass du auch so tapfer weiterliest, das ist ja eher selten.
    Gewissermaßen ist mein wöchentliches Zitateposten ja wie eine Jagd nach den tollsten Stellen in diesem Roman. Ich tauche nach den Perlen in den Satzkonstrukten Prousts. Bisher gefällt mir der zweite Band der „Welt der Guermantes“ auch besser als die unmittelbar vorangegangenen. Also schnell zum Ende weiterlesen, damit ich weiß, was du meinst…
    Beste Grüße, Laura

  3. Hallo Laura,

    ich habe die „Suche nach der verlorenen Zeit“ als Hörbuch und bin also ehrlich gesagt kein so tapferer Weiterleser. 🙂 Das Hörbuch hat auch den vollständigen Text und ich finde den Sprecher auch ziemlich gut, aber wahrscheinlich ist das Lesen dann doch noch ein intensiveres Erlebnis weil man dann öfter inne hält und Sätze oder Passagen nochmal liest. Ich bin allerdings ein ziemlich langsamer Leser und wäre wahrscheinlich nicht sehr weit gekommen. 🙂

    Letzte Woche hast Du ja diese Stelle über die Freundschaft zitiert und ich kann mich erinnern, dass ich mich an dieser Stelle gefragt habe, ob er das tatsächlich so meinen kann. In letzter Zeit geht es mir häufiger so, dass ich mit Meinungen des Ich-Erzähler nichts anfangen kann, insbesondere mit seiner Homophobie, die er sehr deutlich zum Ausdruck bringt. (Soviel ich weiß war Proust selbst ja homosexuell und insofern ist das noch merkwürdiger, oder vielleicht ist es eine Art seine damit verbundenen Schwierigkeiten zu verarbeiten.)

    Auf jeden Fall bin ich von dem ganzen Ding immernoch begeistert und finde es toll, dass Euer Blog sozusagen eine eigene Rubrik dafür hat!

    Viele Grüße

    August

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