Wir sagen Tschüß!

Liebe Blogleser,

manchmal ist es Zeit, etwas zu beenden, wenn es am schönsten ist. Leider werden wir uns für unbestimmte Zeit aus der Bücherblogwelt verabschieden. Wir haben beide 2012  aus unserer gemeinsamen Leidenschaft zur Literatur diesen Blog gegründet, als die Literaturblogwelt noch klein und überschaubar war. Aus diversen persönlichen und beruflichen Gründen werden wir hier keine neuen Beiträge veröffentlichen. Jedoch lassen wir die bestehenden Rezensionen und Buchtipps online, weil wir sehen, dass sich ab und zu einige Lesehungrige auf der Suche nach „Stoff“ hier einfinden. Es wäre auch schade um unserer Arbeit und das Herzblut, was hier hinein geflossen ist. Das Leben geht weiter und das Literatur erleben auch, wir wenden uns neuen Projekten zu und sind gespannt, was alles noch auf uns zukommt.

Wir sagen „Danke“für all die Leser, die uns hier begleitet haben, für all die Blogger, die uns mit ihren kritischen Kommentaren und intensiven inhaltlichen Auseinandersetzungen bereichert haben, und für all die Buchempfehlungen, die wir durch euch bekommen haben. Danke an all die Verlage für die Rezensionsexemplare, die wir lesen durften und die spannenden Veranstaltungen, an denen wir teilnehmen durften. Wir wünschen euch allen hier weiterhin viel Spaß beim Stöbern. Die Suche sollte euch helfen, die ein oder andere auch ältere Rezension zu entdecken, denn auch wenn wir älter werden, Bücher werden es nicht, sondern bleiben immer aktuell. Jetzt sind wir doch ein wenig pathetisch geworden, aber nun ja, sei es drum 😉

Wer weiß, vielleicht geht es hier irgendwann weiter, in neuem Gewand oder irgendwie anders … Man weiß es nie ;).

Möge die Fantasie mit euch sein!

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+++ Jahresrückblick: Unser Lesejahr 2015 +++

Wir sind dieses Jahr ein wenig später dran mit unserer Rückschau auf unser Lesejahr. Aber nichtsdestotrotz wollen wir noch einmal einen Blick zurück werfen und euch an unseren eindrücklichsten Leseerfahrungen teilhaben lassen. Es war ein intensives Lesejahr, obwohl wir weniger in unserem Blog davon an die Öffentlichkeit tragen, haben wir viele beeindruckende Geschichte gelesen – Laura insgesamt 42 Bücher und Katja ungefähr 22. Dabei gibt es jene Bücher, die einen eher enttäuschen und Bücher, die man nicht wieder vergisst …

Die fünf überzeugendsten Bücher von Laura

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Karl Ove Knausgård: „Sterben“

In diesem Jahr bin ich ihm verfallen, wie so viele andere Leser auch. Auf den Tipp einer Freundin hin, begann ich „Sterben“ zu lesen, mit dem der Norweger Knausgård seine sechsteilige autobiografische Romanreihe „Min kamp“ eröffnet. Die authentische Schilderung seines Lebens hat mich umgehauen und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Es ist eine Wohltat, zwischen all den fiktiven Geschichten etwas Reales zu lesen, das nicht durchstilisiert und artifiziell ist.

Heinz Helle: „Eigentlich müssten wir tanzen“

Ein Endzeitroman über fünf Freunde, der mir ziemlich nah gegangen ist. Man denkt an „Die Wand“ von Marlen Haushofer und an „The Road“ von Cormac McCarthy. Aber doch ist es eine ganz eigene düstere Geschichte, in einer phänomenal verdichteten Sprache, wie wohl nur Helle sie zum Klingen bringen kann. Anhand präzise gesetzter Worte und knapper Sätze werden Bilder geschaffen, die mich nicht mehr losgelassen haben.

Mirna Funk: „Winternähe“

Auf der Suche nach ihrer Identität, ihren jüdischen Wurzeln, zwischen äußeren Zuschreibungen und antisemitischen Anfeindungen macht sich Lola auf die Reise durch Berlin, Tel Aviv und Bangkok. Ein Debütroman, der erfrischend offen relevante Fragen aufwirft und diskutiert und dabei lustig und nachdenklich zugleich daherkommt. Hab ich gern gelesen! Weiterlesen

About @bout…

JA, es ist still geworden auf diesem Blog. Das hat seine Gründe: Während die eine von uns beruflich bloggt und soviel am Computer sitzt, dass sie anschließend froh ist, den Laptop auslassen zu können und sich dem Offline-Leben zu widmen (Katja), ist die andere Mama geworden und hat zwar glücklicherweise noch Zeit zum Lesen, aber kaum mehr Zeit um darüber zu schreiben (Laura) …

Wir haben uns gefragt, ob es nicht sinnvoller ist, das Bloggen mangels Zeit erstmal sein zu lassen.

Aber irgendwie liegt uns doch noch daran, über das, was wir lesen oder in der Kunstwelt entdecken, zu schreiben und mit euch zu teilen. Daher werden wir weitermachen – wenn auch wesentlich unregelmäßiger, in kürzeren Artikeln, dafür mit neuem frischen Design und hoffentlich auch mehr Kunst neben der Literatur.

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Stricken ist Entspannung. Man muss einfach mal offline sein.

Denn auch mit herausforderndem Job bzw. Baby bleibt uns doch die Leidenschaft für das Lesen!

Das schönste Lesezeichen der Welt
Das schönste Lesezeichen der Welt

In diesem Sinne…
danke für eure Treue, euer Verständnis und
auf baldiges Wiederlesen!

[Rezension] T.C. Boyle: „Hart auf Hart“

„Der Winterregen kam und schwemmte alles davon. Er ließ die Flüsse anschwellen, spülte die Schluchten durch, sickerte tief in die Erde und tränkte die Wurzeln der riesigen Bäume, die den Rest des Waldes überragten und sich weiter und weiter die grünen Hänge hinaufzogen. Botaniker in Regenkleidung entnahmen Bohrkernproben und kletterten hundert Meter hoch in die Wipfel, um den saisonalen Wuchs zu messen. Biologen legten Köder aus, um für DNA-Analysen Haarproben von Füchsen und Mardern zu sammeln. Fischer fischten. Trinker tranken. Es war die Nebensaison, aber trotzdem kamen ein paar Leute von der Bay Area herauf, hauptsächlich an den Wochenenden, um Arm in Arm durch die sechs Straßen von Mendocino zu schlendern, und der Skunk Train karrte wieder Touristen durch das Noyo-Tal, allerdings nach dem üblichen eingeschränkten Winterfahrplan.“ (S. 385)

Vor kurzem haben wir berichtet, dass uns der Hanser-Verlag zu einem kleinen T.C-Boyle-Bloggertreffen eingeladen hatte. Dank des Hanser Verlags durften wir Boyles neuen Roman „Hart auf hart“ lesen und uns signieren lassen. Ihr seid gespannt, wie wir ihn fanden? Jetzt können wir euch von unseren ein wenig unterschiedlichen Leseerlebnissen berichten.T.C. Boyle Hart auf hart

Der Inhalt

Kalifornien, U.S.A.: Außenseiter Adam, der sich Colter nennt (nach dem gleichnamigen amerikanischen Trapper und Mountain Man John Colter, der um 1800 den amerikanischen Westen erkundete und einige Expeditionen leitete), entscheidet sich gegen die zivile amerikanische Gesellschaft und für ein einsames, hartes Leben als „Waldläufer“. Mit seinem chinesischen Gewehr bewacht er eine von ihm angelegte Opium-Plantage im Wald bei Willits. Als sein Vater ihn zwingt, endgültig das Haus seiner verstorbenen Großmutter zu verlassen, um das herum er eine 2,5m hohe Mauer ohne Tür gezogen hatte, fängt er an, durchzudrehen und seine Waffe zu gebrauchen. Selbst seine Beziehung zur 40jährigen Sara („mit den großen Titten und dem Dreadlock-Hund“)  kann ihn nicht mehr retten. Weiterlesen

Meeting T.C. Boyle!

Am Montag abend hatten wir die Ehre den amerikanischen Schriftsteller T.C. Boyle während eines Bloggertreffens persönlich kennenzulernen. Auf Einladung des Hanser Verlages waren wir mit dabei und konnten die Gelegenheit nutzen, ihm Fragen zu stellen und unsere „Hart auf Hart“-Exemplare signieren zu lassen.

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T.C. Boyle ist ein unglaublich lockerer, witziger Typ. Er sprach über seine Bücher, als wären es Geliebte von ihm. Man merkt ihm deutlich an, dass er für das Schreiben „brennt“. Vielmehr bezeichnete er es als addiction zu schreiben. Anders ließe sich vermutlich auch kaum die beeindruckende Regelmäßigkeit und Vielzahl seiner Veröffentlichungen erklären. (siehe hierzu bspw. den Link der Fanpage: www.tcboyle.de)
In seinen Romanen und Kurzgeschichten stehen häufig Randfiguren im Mittelpunkt. Außerdem geht es oft um das Verhältnis von Mensch und Natur bzw. das Leben des Einzelnen in seiner Umgebung und die Wechselbeziehung mit dieser. Katja hat das, was Boyles Werke ausmacht in einem Lese-Appell so zusammengefasst: „Boyle beherrscht die Klaviatur menschlicher Abseitigkeiten und Leidenschaften bis ins kleinste Detail und entlarvt hingebungsvoll die Brüchigkeit von Ikonen, Weltbildern und scheinbar für die Ewigkeit gedachten Konventionen.

T.C. Boyle, dessen Lesungen stets ein Erlebnis sind, sprach bei dem Treffen davon, wie die Figuren und die Romane sich entwickeln und aus sich heraus entstehen. Er habe keine fixe Idee im Vorhinein, sondern „he´s entering the character´s brains“ und empfinde durchaus Sympathie für sie.
Es war sehr spannend und unterhaltsam, ihm zuzuhören. Wir bedanken uns ganz herzlich beim Hanser Verlag für diese Gelegenheit!!! Und freuen uns nun erstmal auf die Lektüre des aktuellen Romans von ihm…

Am Mittwoch, 18.02.15 liest T.C. Boyle in Berlin aus seinem neuen Roman. Da die Veranstaltung leider schon ausverkauft ist, besteht zumindest die Möglichkeit, der Live-Übertragung ab 19.30h auf Radio Eins zu lauschen.

Link zur RBB-Seite mit Infos zur Veranstaltung und Video des Autors, der sein Buch vorstellt

Lest T.C. Boyle!


© Carl Hanser Verlag
© Carl Hanser Verlag

T. Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill, N.Y., geboren, unterrichtete an der University of Southern California in Los Angeles. Bei Hanser erschienen zuletzt Willkommen in Wellville (Roman, 1993), América (Roman, 1996), Riven Rock (Roman, 1998), Fleischeslust (Erzählungen, 1999), Ein Freund der Erde (Roman, 2001), Schluß mit cool (Erzählungen, 2002), Drop City (Roman, 2003), Dr. Sex (Roman, 2005), Talk Talk (Roman, 2006), Zähne und Klauen (Erzählungen, 2008), Die Frauen (Roman, 2009), Das wilde Kind (Erzählung, 2010), Wenn das Schlachten vorbei ist (Roman, 2012), San Miguel (Roman, 2013) und die Neuübersetzung von Wassermusik (Roman, 2014).

Unser persönlicher Jahresrückblick in Büchern

Es ist wieder soweit: Das Jahr 2014 geht zu Ende und wir blicken auf ein Jahr voller großartiger oder auch enttäuschender Leseerlebnisse zurück. Aus über 84 Büchern, die wir dieses Jahr gelesen haben, suchen wir die für uns persönlich am interessantesten oder ernüchterndsten heraus und ziehen hier ein Resümee. Nicht jedes Buch war ein Lesevergnügen, aber wir haben viel daraus gelernt. Es bleiben am Ende nur unsere persönlichen Eindrücke. Möge sich jeder Leser selbst eine Meinung bilden, uns widersprechen oder seinen Eindruck mit uns teilen.

Die 5 überzeugendsten Bücher des Jahres

P1050376… von Katja:

Siri Hustvedt: „Leben, Denken, Schauen“ (Essays)

Siri Hustvedt ist einfach eine großartige Autorin und hat mich auch mit ihren Essays total überzeugt. Denn sie verknüpft auf sehr unterhaltsame, kluge Weise literaturwissenschaftliche, soziologische, psychologische und philosophische Gedanken, die zum Nachdenken anregen und einen unheimlichen Wissensschatz beherbergen.

Aléa Torik: „Das Geräusch des Werdens“

Aléa Torik war für mich ja schon DIE Entdeckung des letzten Jahres und hält auch im zweiten Roman wieder, was ich erwartet habe. Ihr Debütroman über die Verflechtungen der Bewohner eines rumänischen Dorfes verknüpft Poesie und originelle Erzählkunst. Ein eindrucksvolles Leseerlebnis!

Jonathan Safran Foer „Extrem laut und unglaublich nah“

Die Geschichte des kleinen traurigen Oskars, der in New York nach dem 11. September seinen Vater sucht, hat mich nachdrücklich berührt. Jonathan Safran Foer gehört für mich zu meinen absoluten Lieblingsautoren, die ich jedem empfehlen würde.

Virginia Woolf: „Mrs. Dalloway“

Virginia Woolf ist als Frau und Schriftstellerin die Vorreiterin der modernen englischen Literatur. „Mrs. Dalloway“ ist literarisch und stilistisch großartig und sollte von jedem gelesen werden.

Ray Bradbury „Fahrenheit 451“

Dieser Klassiker der Science-Fiction-Literatur hat nicht unbedingt des höchsten sprachlichen Anspruch, ist aber vom Inhalt her wahnsinnig interessant und hochspannend: Eine frühe Dystopie über die moderne Unterhaltungsgesellschaft, die Bücher verbrennt und unter Strafe stellt und ihre Gesellschaft mit Drogen ruhig stellt.

 … von Laura:

Aléa Torik: „Aléas Ich“

Ein bemerkenswerter Roman über Fiktionalität, Stadtleben, Identität und das Spiel mit der Wirklichkeit. Die fiktive Autorin schreibt auf innovative und eindrucksvolle Weise über eine Figur ihres Namens und die Entstehung eines Romans, den der Leser in den Händen hält.

Hier der Link zu einem Interview von Katja mit Aléa Torik zum Roman.

David Foster Wallace: „In alter Vertrautheit“ (Stories)

Wer sich bisher noch nicht an David Foster Wallace herangetraut hat, findet in den Stories einen guten Einstieg: Es geht um skurrile Alltäglichkeiten, umfangreich recherchierte Details, schillernde Charaktere und das alles ist in einer postmodernen einfallsreichen Sprache verpackt.

Eine Besprechung zu zwei Storybänden von David Foster Wallace findet ihr hier.

Wolfgang Herrndorf: „Arbeit und Struktur“

Dieses Buch hat mich dieses Jahr ganz besonders bewegt. Es handelt sich um die gedruckte Form des Blogs, den Herrndorf hier veröffentlichte, ursprünglich um seine Freunde an seiner Auseinandersetzung mit der Diagnose Glioblastom teilhaben zu lassen.

An dieser Stelle findet er mehr meiner Eindrücke und Gedanken zum Buch.

David Mitchell: „Die tausend Herbste des Jacob de Zoet“

Mitchell, der mich bereits durch seinen „Wolkenatlas“ beeindruckte, erzählt in diesem umfangreichen Roman von Niederländern im 18. Jahrhundert in Japan und die Geschichte Jacob de Zoets, der sich in die japanische Hebamme Orito verliebt. Eine klassisch-stringente Erzählung die eine große Sogwirkung entfaltet und die eine oder andere Überraschung bereithält.

Link zur Rezension des Buches

Siri Hustvedt: „The Blazing World“

Siri Hustvedt hat mich dieses Lesejahr nicht nur durch ihre Essays beeindruckt, sondern auch durch ihren jüngsten Roman, in dem es um die Künstlerin Harriet Burden geht, die ihre Werke von drei männlichen Stellvertretern ausstellen lässt. Wie häufig bei der Autorin geht es um Fragen der Identität, um den Kunstmarkt, Gender und Psychologie.

Link zur Rezension des Buches

Die 5 enttäuschendsten Bücher des Jahres

P1050377… von Laura:

David Wonschewski: „Geliebter Schmerz. Melancholien“

Geschichten, die die Melancholie und den Schmerz als wertvoll für das Leben und die menschliche Erfahrung erscheinen lassen wollen, die aber bemüht und teils klischeebelastet daherkommen, langweilen und letztlich belanglos bleiben.

Link zur Besprechung der Geschichten

Joel Haahtela: „Der Schmetterlingssammler“

Seichte Lektüre für zwischendurch, deren einziger Höhepunkt im Ende besteht, wenn es auf eine psychologische Erklärung der Handlung hinausläuft… Ansonsten: uninteressante Charaktere mit überstrapazierten Bildern (Schmetterlinge, altes, verlassenes Haus, Staub im lichtdurchfluteten Zimmer, geheimnisvolles Erbe…).

Edouard Lévé: „Selbstmord“

Ein Erzähler richtet sich in 2.Person Plural an jemanden, der sich umgebracht hat – das klang vielversprechend, besonders unter Berücksichtigung dessen, dass Lévé selbst sich nach Abgabe des Manuskripts umbrachte. Doch es geschieht nichts, man erfährt nicht viel über den Selbstmörder und sonderlich nah geht es leider auch nicht.

Pierre Michon: „Leben der kleinen Toten“

Michons kleine Geschichten von Menschen, die bereits tot sind, sind derart schwurbelig und „auf alt gemacht“ geschrieben, dass es nur langweilt, sie zu lesen. Ich musste das Buch, das ich für unseren Literaturkreis lesen wollte, aus Motivationslosigkeit leider abbrechen.

Helwig Arenz: „Der böse Nik“

In Arenz´ Debütroman geht es vorwiegend um Grenzüberschreitungen moralischer Art, Gesetzesbrüche und das Leben unter Drogeneinfluss. Das Buch liest sich unterhaltsam und bitterböse, und es weist einige wenige poetische Stellen auf, die aber für den krachenden, ereignisreichen Gesamtkontext zu leise sind, und darin untergehen.

Link zur Besprechung von mir auf „Das Debüt“

… von Katja:

David Mitchell „Der Wolkenatlas“

Leider für mich eine kleine Enttäuschung und nicht so überzeugend, wie es für Laura es war. Die Geschichte war für mich nicht rund, schlüssig und stringent erzählt und hat mich einfach nicht so gepackt.

Dave Eggers „Der Circle“

Dieser Roman über den Twitter-Facebook-Google ähnlichen Konzern „The Circle“, der als bahnbrechende Dystopie angekündigt wurde, fand ich völlig inspirationslos und überschätzt. Für mich leider ein enttäuschendes Leseerlebnis ohne Esprit, mit blassen Figuren und ohne wirklich stringenten moralischen Zündstoff.

Haruki Murakami „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“

Eigentlich mag ich Murakami sehr und war begeistert von „Naokos Lächeln“. Dieser jüngste Roman hat mich sprachlich und inhaltlich sehr enttäuscht, wegen seiner farblosen Figuren, überladen-erzwungenen Metaphern und unschlüssigen Figurencharakteristik sowie Handlung.

Gerbrand Bakker „Der Umweg“

Das im Rahmen eines Lesekreises gelesene Buch hat mich überhaupt nicht gepackt oder berührt und war daher ein überflüssiges Leseerlebnis. Sehr leise und still erzählt mit geringer Figurendramatik und seltsam-absurden Dialogen, ohne Sprachkunst.

J.M. Coetzee „Leben und Zeit des Michael K.“

Nobelpreisträger Coetzee konnte mich leider auch nicht überzeugen und der Sinn oder die Botschaft der Geschichte ließ sich für mich nicht erschließen. An den oft mit ihm verglichenen Franz Kafka kommt er meiner Meinung nach um Längen nicht heran.

*** Wir wünschen euch einen guten Start ins Lesejahr 2015!!! ***

Notizen und Lektüretipps zu 25 Jahren Mauerfall

Berliner MauerWenn die Mauer 1989 nicht gefallen wäre, gäbe es auch diesen Literaturblog nicht, da beide Bloggerinnen in den beiden deutschen Teilstaaten aufgewachsen sind – Laura (*1984) in Lage / NRW und Katja (*1982) in Gera / Thüringen – und nun hat uns unser Weg beide seit einiger Zeit nach Berlin geführt. Unsere Freundschaft ist daher auch ein gewisses Symbol für die deutsche Wiedervereinigung ;). Wir möchten diesem historischen Datum Rechnung tragen, indem wir euch Bücher nennen, die sich mit der Thematik Ost/West und mit dem Leben in der ehemaligen DDR auseinandersetzen. Je nachdem, wie alt ihr seid und wo ihr aufgewachsen seid, habt auch ihr sicherlich euren eigenen Blick auf diese Zeit. Wir rufen euch auf, eure Lektüretipps zur DDR und deutschen Teilung ob Belletristik oder Sachbücher hier mit uns zu teilen. Denn egal, wo man aufgewachsen ist, wichtig ist das Erinnern und das Bewusstsein von der Vergangenheit. Bücher und Geschichten können diese vergangene Zeit zum Leben erwecken und uns von dem Erzählen, was wir selbst nicht miterleben konnten. Wir sind gespannt auf eure Buchempfehlungen!

Katjas Lektüretipps:

Man könnte sicherlich so viele Bücher aufzählen, die sich mit der DDR und der Thematik des Mauerfalls belletristisch befassen – manche von ihnen gut, manche von ihnen weniger gelungen. Ich habe als Ostdeutsche bisher weniger das Bedürfnis gehabt, jene zahlreichen in den Nuller Jahren erschienen „Wende-Romane“ zu lesen wie „Zonenkinder“ von Jana Hensel.

Richtig gut, authentisch, unterhaltsam und fand ich dagegen Eugen Ruges „In Zeiten des abnehmenden Lichts“, das Laura abgebrochen hatte und wir hier lebhaft diskutierten. Ich habe mich in den Nullerjahren eher für Autoren interessiert, die aus der ehemaligen DDR stammen und unter den restriktiven Bedingungen dieses Staates versuchten, frei zu schreiben und ihre Kunst zu veröffentlichen. Weiterlesen

@bout: Das Debüt

Ein spannendes neues Literatur-Blogprojekt hat sein Debüt! „Das Debüt“ ist ein Gemeinschaftsprojekt, das sich auf Debütromane und Debütanten der Literatur konzentriert. Geplant ist aber noch wesentlich mehr … Neben Rezensionen zu Debütromanen soll es Hinweise auf (eigene) Veranstaltungen, Interviews mit Autoren und Verlegern, Berichte über Lesungen, literaturwissenschaftliche Beiträge etc. geben.
Eine von uns, Laura, ist als Autorin auch mit dabei. Die Fragen zur Vorstellung von „Das Debüt“ haben wir an die Hauptinitiatorin des Projekts, Janine, geschickt (die manche von euch vielleicht schon von „Zeilensprünge“ her kennen). Ihr dürft euch auf einen innovativen Blog freuen, der gerade erst gestartet ist, doch schon jetzt Vielversprechendes bereithält …

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@bout: „Das Geräusch des Werdens“ von Aléa Torik

Nachdem wir beide sehr begeistert von „Aléas Ich“ waren, haben wir gemeinsam den Debütroman der Autorin „Das Geräusch des Werdens“ gelesen.
In diesem Roman verdichtet sich ebenfalls die rumänische Lebenswelt rund um den Ort Marginime mit der Berliner Gegenwart. Anhand mehrerer Familien und Figuren entspinnt sich ein Netz aus Zusammenhängen, in denen es um Lebensentwürfe und Liebe, um Aufbruch und Stillstand, um Blindheit, Fotografie und Heimat geht.

Alea Torik_Das Geräusch des Werdens

Ich stehe gebannt am offenen Fenster und höre, wie eine Umgebung entsteht, wie Gegenstände wachsen und werden. In solchen Momenten wird der Raum, den ich oft nur als drückende Masse empfinde, die auf mir lastet, zu einer Umgebung und einem Gefüge, in das ich eingebettet bin. Ein Leben, zu dem ich gehöre und an dem ich teilnehme. An ihren Geräuschen kann ich erkennen, dass da draußen tatsächlich eine Welt existiert und nicht nur unendlicher Raum. Man müsste all das, was wird, was entsteht oder vergeht, alles, was eine Entwicklung nimmt, einen Verlauf oder eine Veränderung, man müsste alles dazu zwingen, dabei ein Geräusch zu machen. Denn nur am Geräusch des Werdens kann ich erkennen, das etwas ist.“

Laura: Es ist ja bereits bei uns beiden eine Weile her, dass wir „Das Geräusch des Werdens“ von Aléa Torik gelesen haben. Was ist dir noch besonders in Erinnerung geblieben?

Katja: Erstmal muss ich sagen, dass ich Aléa Toriks Art eine Geschichte zu erzählen, wunderbar finde und sehr beeindruckt von ihrem Sprachgefühl bin. Ich erinnere vor allem die Hauptfiguren Leonie und Marijan, mit denen die Geschichte beginnt – im Gedächtnis bleiben mir vor allem bestimmte Situationen, Gefühle und Bilder. Großartig wie eindrücklich die Autorin ihre Figurenwelten zum Leben erweckt. Weiterlesen

@bout … VONSAMSTAG

Es ist lange her, dass wir euch einen interessanten Literaturblog vorgestellt haben. Umso schöner, dass es jetzt weiter geht mit unserer Interview-Reihe und wir euch diesmal eine sehr aktive junge Bloggerin vorstellen möchten:  Hannah und ihren noch jungen Blog VONSAMSTAG. Besonders gut an Hannahs Blog finden wir die Vielfalt ihrer Literaturauswahl und die Ehrlichkeit, mit der sie ihre Meinung wieder gibt. Wir freuen uns, dass Hannah trotz ihres Lern- und Studiumsstresses Zeit für unsere Fragen gefunden hat und uns einen Einblick in die Hintergründe ihrer Beweggründe zu bloggen, gibt. Viel Spaß beim Entdecken von Hannahs Blog und ihren Bücherwelten!

Warum bloggst du und worum geht es in deinem Blog?Hannah vonsamstag

Ich habe erst diesen Sommer mit meinem Blog angefangen und schreibe dort etwas zu den Büchern, die ich lese. Ich bin thematisch nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt, sondern mag es, auch mal etwas Neues zu entdecken und weiterzugeben. Durch das Aufschreiben und die weitere Recherche kann ich das Gelesene für mich noch vertiefen und intensivieren. Notizen machen und darüber nachdenken, was ich gelesen habe, passiert bei mir fast automatisch, durch das Bloggen erweitere ich das. Beim Bloggen mag ich besonders gerne den Austausch mit anderen, die gegenseitige Kritik und die immer neuen Literaturtipps. Das motiviert mich ungemein und macht sehr viel Spaß.

Welche Art und welches Genre der Literatur bevorzugst du?

Ich mag es nicht, mich auf einen Bereich festzulegen, weil ich auch schon bei von mir zunächst unbeachteten Genres großartige Werke entdecken konnte, die mir sonst entgangen wären. Fantasy und alles, was als „Frauenliteratur“ beworben wird, ist eher weniger mein Ding. Im Allgemeinen lese ich gerne zeitgenössische Romane und Sachbücher über historische, politische oder kulturelle Themen, aber auch Klassiker und Krimis sind immer wieder spannend. Das Buch muss mich einfach ansprechen. Weiterlesen