#Streetart Berlin – Teufelsberg#

Die größte Streetartgalerie in Berlin und vielleicht weltweit ist der Teufelsberg. Das Gelände der ehemaligen Abhörstation ist eine wahre Fundgrube für alle, die Graffitis, Stencils etc. lieben. Aber nicht nur das: Es zeugt einmal mehr von der vielschichtigen Geschichtlichkeit so vieler Orte in Berlin. Ursprünglich sollte am Teufelsberg im Rahmen der von den Nationalsozialisten geplanten „Welthauptstadt Germania“ eine Hochschulstadt entstehen. Daraus ist bekanntlich und glücklicherweise nichts geworden. Stattdessen wurde das teilweise im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gelände im Kalten Krieg zu einer riesigen Abhörstation der US-Armee.- Bis heute ist der Umfang der Lauschangriffe und selbst der Anlage nicht ganz erfasst, was mitunter an geheimgehaltenen Akten etc. liegt.

Ein Besuch des Geländes Teufelsberg ist heute nur noch mit Führung möglich. Das Gelände wird zudem bewacht, was mit der Vorbeugung vor Vandalismus, Brandschatzung, Metalldiebstahl usw. begründet wird.

Ob für Streetartliebhaber, Historiker, Touristen, Berliner, die ihre Stadt neu entdecken wollen, Künstler, die sich selbst mit einem Graffito verewigen möchten oder einfach Neugierige: ein Besuch lohnt sich!

Da während der Führung nicht allzu viel Zeit für Fotos bleibt, hier nur ein paar wenige Eindrücke von mir.
Unten findet ihr weitere Links zu mehr Bildern, mehr Geschichte, mehr Infos zu Führungen etc.

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# alle Bilder von laura aufgenommen analog mit meiner Nikon F75 #

Links:

Der Teufelsberg und seine Geschichte – hier

Führungen über die Initiative Teufelsberg – hier

More Pics – here

Last Minute: Stroke Art Fair

Wer Graffiti und Street Art mag, Kunst während ihrer Entstehung erleben möchte, oder es einfach liebt, neue Künstler und kreative Köpfe in historischen Räumen zu entdecken, sollte heute abend (noch bis 22h) oder morgen die Zeit nutzen, um die Stroke Art Fair zu besuchen!

Deenesh Ghyczy_Max
Credits: Deenesh Ghyczy_Max

Ich war gestern in der Alten Münze (tolle Räumlichkeiten, in denen über Jahrzehnte verschiedenste deutsche Währungsmünzprägungen entstanden) und schaute mir die Ausstellungen der Einzelkünstler und der Galerien an.
Man merkt es besonders am auffallend jungen, internationalen Publikum: Hier begegnet man unkonventioneller, alternativer Kunst, die von Street Art und City-Design, von Subkultur und Querdenkern geschaffen wurde – und wird; man erlebt durchaus auch live mit, wie ein Graffito entsteht, kann den Künstlern begegnen, mit ihnen ins Gespräch kommen und ihnen über die Schulter schauen. Angestaubte Museumsluft und Ölschinken sind hier ganz weit weg… hier pulsiert das junge Berlin. Party inklusive.

Hannah Adamaszek_Adriatic_klein
Credits: Hannah Adamaszek_Adriatic
Martin Heynen_tree
Credits: Martin Heynen_Tree


Gedankensplitter zum Mitnehmen:

Ist Street Art musealisierbar? Ausstellbar? – Wirkt Street Art nicht in ihren ursprünglichen Straßenkontexten ganz anders? Authentischer? – Was kann ein Gemälde heute ausdrücken? Wie geht man im 21. Jhd. mit Räumlichkeit und Bewegung im statischen zweidimensionalen Bild um (see Dheenesh Ghyczy)? Was bedeutet Humor und Alltäglichkeit in der Fotografie? (see Linus Ma) Welche Bedeutung hat Materialität in zeitgenössischer Kunst? (see Bernd Muss)

Am Nachhaltigsten faszinierten mich:
Die „Stolen Goods“ von Frederik Schulz, Daniel Carrion Rivas und Iva Vasileva.

Be inspired !!