Urban Knitting

Yarn Bombing Madrid
Bild: Alvaro Leon

Großstädte im kalten, verregneten Winter finde ich fürchterlich: Alles ist grau und trist, wenn überhaupt durchbrochen von aggressiven Werbeflächen, die mich von irgendetwas überzeugen wollen… Da will ich mich am liebsten verkriechen und vor allem: nicht nach draußen. Muss ich dann aber doch raus, was der Alltag ja so mit sich bringt, dann freue ich mich umso mehr, wenn auf meinen alltäglichen Wegen durch die Stadt plötzlich kleine Überraschungen auftauchen: Abgrenzungspoller, die auf einmal eine bunte Strickmütze tragen, Bäume, die sich in kuschelige Strickschals hüllen, Parkbänke, die mit einem neuen Strickkissen versehen zum gemütlichen Verweilen einladen, gestrickte oder gehäkelte Anti-AKW-Botschaften an Straßenlaternen… Dann muss ich automatisch lächeln und freue mich über die überaus angenehmen Hinterlassenschaften kreativer Menschen in meiner Stadt.

Erstmalig kam die Idee des Urban Knitting (oder Guerilla Knitting, Yarn Bombing, Radical Stitching) 2005 in Houston, Texas auf, verbreitete sich fadenweise bis nach Europa und hinterlässt nun überall ihre Spuren in den Straßen und an öffentlichen Orten. Weiterlesen