Wir sagen Tschüß!

Liebe Blogleser,

manchmal ist es Zeit, etwas zu beenden, wenn es am schönsten ist. Leider werden wir uns für unbestimmte Zeit aus der Bücherblogwelt verabschieden. Wir haben beide 2012  aus unserer gemeinsamen Leidenschaft zur Literatur diesen Blog gegründet, als die Literaturblogwelt noch klein und überschaubar war. Aus diversen persönlichen und beruflichen Gründen werden wir hier keine neuen Beiträge veröffentlichen. Jedoch lassen wir die bestehenden Rezensionen und Buchtipps online, weil wir sehen, dass sich ab und zu einige Lesehungrige auf der Suche nach „Stoff“ hier einfinden. Es wäre auch schade um unserer Arbeit und das Herzblut, was hier hinein geflossen ist. Das Leben geht weiter und das Literatur erleben auch, wir wenden uns neuen Projekten zu und sind gespannt, was alles noch auf uns zukommt.

Wir sagen „Danke“für all die Leser, die uns hier begleitet haben, für all die Blogger, die uns mit ihren kritischen Kommentaren und intensiven inhaltlichen Auseinandersetzungen bereichert haben, und für all die Buchempfehlungen, die wir durch euch bekommen haben. Danke an all die Verlage für die Rezensionsexemplare, die wir lesen durften und die spannenden Veranstaltungen, an denen wir teilnehmen durften. Wir wünschen euch allen hier weiterhin viel Spaß beim Stöbern. Die Suche sollte euch helfen, die ein oder andere auch ältere Rezension zu entdecken, denn auch wenn wir älter werden, Bücher werden es nicht, sondern bleiben immer aktuell. Jetzt sind wir doch ein wenig pathetisch geworden, aber nun ja, sei es drum 😉

Wer weiß, vielleicht geht es hier irgendwann weiter, in neuem Gewand oder irgendwie anders … Man weiß es nie ;).

Möge die Fantasie mit euch sein!

David Wonschewski: „Geliebter Schmerz. Melancholien“, 2014

Der Prolog sagt eigentlich schon alles: „Schwarzgemalt glücklich“ sollten wir dem Leben begegnen, soll heißen: Die dunklen Momente mit Gefühlen wie Trauer, Depression, Wut, Angst, Schmerz, Sehnsucht einfach annehmen und als Teil von uns anerkennen. Sie nicht verdammen und verteufeln und sich dafür schämen oder sie gar wegtherapieren oder betäuben. Sondern sich ihrer und ihrer Verursacher wie Tod, Verlust, Trennung, Abschied, Krankheit etc. annehmen, sie durchleiden und sehen: Sie sind „das so wichtige Salz unserer Lebenssuppe“.

Ich war neugierig, nachdem ich ein sympatisches Interview mit dem Autor bei Sophie von literaturen entdeckt hatte und immer wieder las, David Wonschewski sei ein Autor, der sich des Düsteren und Melancholischen annehme und der mit David Foster Wallace oder Thomas Bernhard verglichen wird. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch.

Jedenfalls denke ich jetzt nach 513 Seiten „Geliebter Schmerz“-Varianten, dass ich es beim Prolog und dem Interview hätte belassen können. Die teils kurzen, teils längeren Geschichten rund um Einsamkeit, menschliche Abgründe, Gedankenkreisel, Verlassenwerden und Gehenlassenmüssen reichen nicht in mich hinein, lassen mich unberührt zurück. Schade! Gerade diese Annäherungen an die dunklen Seiten in uns, so nahm ich an, könnten mich durch Intensität, Irritation, Intimität … erschüttern. Mitnichten. Sie bleiben allesamt an der Oberfläche und dringen nicht zu mir durch. Woran mag das liegen? Geliebter Schmerz Weiterlesen

Riikka Pulkkinen: Wahr (2012)

Aber sie ist der Überzeugung, dass niemand es sich leisten kann, die Liebe vorbeiziehen zu lassen. So reich kann niemand sein. Und deshalb macht sie ihm die Tür auf.“

Ich mag es, ich mag es nicht. Ich mag es, ich mag es nicht. Ich mag es…

So richtig entscheiden kann ich mich bei diesem Buch nicht. Nachdem ich hier darauf aufmerksam wurde, las ich es, und bin nun hin und hergerissen. Ist es ein liebevolles Buch über das Sterben und die Liebe in einer poetischen Sprache oder handelt es sich doch eher um eine nahe am Kitsch entlangschlitternde Geschichte, die teilweise zu bemüht daherkommt, um zu überzeugen?

Inhaltlich …

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