#Streetart Berlin – Teufelsberg#

Die größte Streetartgalerie in Berlin und vielleicht weltweit ist der Teufelsberg. Das Gelände der ehemaligen Abhörstation ist eine wahre Fundgrube für alle, die Graffitis, Stencils etc. lieben. Aber nicht nur das: Es zeugt einmal mehr von der vielschichtigen Geschichtlichkeit so vieler Orte in Berlin. Ursprünglich sollte am Teufelsberg im Rahmen der von den Nationalsozialisten geplanten „Welthauptstadt Germania“ eine Hochschulstadt entstehen. Daraus ist bekanntlich und glücklicherweise nichts geworden. Stattdessen wurde das teilweise im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gelände im Kalten Krieg zu einer riesigen Abhörstation der US-Armee.- Bis heute ist der Umfang der Lauschangriffe und selbst der Anlage nicht ganz erfasst, was mitunter an geheimgehaltenen Akten etc. liegt.

Ein Besuch des Geländes Teufelsberg ist heute nur noch mit Führung möglich. Das Gelände wird zudem bewacht, was mit der Vorbeugung vor Vandalismus, Brandschatzung, Metalldiebstahl usw. begründet wird.

Ob für Streetartliebhaber, Historiker, Touristen, Berliner, die ihre Stadt neu entdecken wollen, Künstler, die sich selbst mit einem Graffito verewigen möchten oder einfach Neugierige: ein Besuch lohnt sich!

Da während der Führung nicht allzu viel Zeit für Fotos bleibt, hier nur ein paar wenige Eindrücke von mir.
Unten findet ihr weitere Links zu mehr Bildern, mehr Geschichte, mehr Infos zu Führungen etc.

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# alle Bilder von laura aufgenommen analog mit meiner Nikon F75 #

Links:

Der Teufelsberg und seine Geschichte – hier

Führungen über die Initiative Teufelsberg – hier

More Pics – here

Monika Zeiner: „Die Ordnung der Sterne über Como“, 2013

Was passiert mit uns, wenn ein guter Freund stirbt? Was bewirken Schuldgefühle? Wie ist es, einen geliebten Menschen mit dem man ein Unglück teilt, nach vielen Jahren wieder zu sehen?

Monika Zeiner hat einen Roman geschrieben, der sich mit Fragen wie diesen befasst und dadurch auf sehr eindringliche Weise von Liebe, Tod, Identität, Verlust, Abschied und insbesondere Freundschaft erzählt. Es geht darüber hinaus auch um Musik, vor allem Klavier und Jazz, Träume und um das Erwachsenwerden an der Seite von Freunden. Die Schauplätze Berlin und Italien spielen in dem Roman eine nicht unerhebliche Rolle. Die Geschichte lebt jedoch von ihren Figuren, die einem sehr nahe kommen: Betty Morgenthal, das Mädchen, das in die bestehende Männerfreundschaft zwischen Tom und Marc gerät. Tom und Marc, die man sich nur im Zweiergespann denken kann, seitdem sie sich in einem Mietwagen kennenlernten, die alles gemeinsam machen, dann auch mit Betty; wohnen, leben, Musik, bis Marc verunglückt.
Zehn Jahre nach seinem Tod tritt Tom, der Jazzpianist, mit seiner Band in Neapel auf, und trifft dort wieder auf Betty, die mittlerweile in Italien verheiratet ist und dort als Ärztin arbeitet.

Wenn man jung ist, dann ist das Leben ein Gewirr von tausend Möglichkeiten, ein Gewimmel von tausend Wegen, einer vielversprechender als der andere, und du denkst, dass du sie alle gehen kannst. Wenn dir einer nicht gefällt, kehrst du um und suchst dir einen anderen, alles ist hell und freundlich. Alle Türen sind offen, dahinter ist Licht. Je älter du wirst, desto mehr Türen fallen zu, Wege verschwinden, sind einfach nicht mehr da, oder du findest sie nicht wieder, wie im Märchen, wo plötzlich meterhohe Dornbüsche wuchern.“ Weiterlesen

Last Minute: Stroke Art Fair

Wer Graffiti und Street Art mag, Kunst während ihrer Entstehung erleben möchte, oder es einfach liebt, neue Künstler und kreative Köpfe in historischen Räumen zu entdecken, sollte heute abend (noch bis 22h) oder morgen die Zeit nutzen, um die Stroke Art Fair zu besuchen!

Deenesh Ghyczy_Max
Credits: Deenesh Ghyczy_Max

Ich war gestern in der Alten Münze (tolle Räumlichkeiten, in denen über Jahrzehnte verschiedenste deutsche Währungsmünzprägungen entstanden) und schaute mir die Ausstellungen der Einzelkünstler und der Galerien an.
Man merkt es besonders am auffallend jungen, internationalen Publikum: Hier begegnet man unkonventioneller, alternativer Kunst, die von Street Art und City-Design, von Subkultur und Querdenkern geschaffen wurde – und wird; man erlebt durchaus auch live mit, wie ein Graffito entsteht, kann den Künstlern begegnen, mit ihnen ins Gespräch kommen und ihnen über die Schulter schauen. Angestaubte Museumsluft und Ölschinken sind hier ganz weit weg… hier pulsiert das junge Berlin. Party inklusive.

Hannah Adamaszek_Adriatic_klein
Credits: Hannah Adamaszek_Adriatic
Martin Heynen_tree
Credits: Martin Heynen_Tree


Gedankensplitter zum Mitnehmen:

Ist Street Art musealisierbar? Ausstellbar? – Wirkt Street Art nicht in ihren ursprünglichen Straßenkontexten ganz anders? Authentischer? – Was kann ein Gemälde heute ausdrücken? Wie geht man im 21. Jhd. mit Räumlichkeit und Bewegung im statischen zweidimensionalen Bild um (see Dheenesh Ghyczy)? Was bedeutet Humor und Alltäglichkeit in der Fotografie? (see Linus Ma) Welche Bedeutung hat Materialität in zeitgenössischer Kunst? (see Bernd Muss)

Am Nachhaltigsten faszinierten mich:
Die „Stolen Goods“ von Frederik Schulz, Daniel Carrion Rivas und Iva Vasileva.

Be inspired !!

Astrid Rosenfeld: „Adams Erbe“, Roman (2011)

adams erbeEine Geschichte ist eine Geschichte ist eine Geschichte...

Zwei Erzählstränge verlaufen parallel: Da ist zum einen Edwards Geschichte vom Erwachsenwerden ohne Vater, von der Faszination für den „King“ Jack Moss, von Zoo-Besuchen und einem Leben ohne Schule fernab der Großmutter. Und dann ist da zum anderen Adams Geschichte, die er als „Erbe“ auf dem Dachboden im Haus von Edwards Großmutter hinterlassen hat. Adam ist Edwards Großonkel gewesen.

Beide Geschichten richten sich erzählerisch an eine ferne junge Frau. Edward richtet sich an Amy, die nach Großbritannien zurückgegangen ist und von der er hofft, sie wiederzusehen. Adam schreibt in einem Buch auf vielen Seiten an Anna, seine große Liebe, um die es in seiner Geschichte in Briefform geht.

Edwards Geschichte… Weiterlesen

Frohe Ostern und hasiges Eiersuchen …

Wir nutzen die Osterzeit bei unseren Lieben u.a. zum Lesen und ihr dürft gespannt sein auf baldige verdichtete gebloggte Buch- und Kunstkritik. Um euch die diesjährige Oster-Tristesse ein wenig augenzwinkernd zu versüßen, kommt hier für euch das ultimative Oster-Gedicht von Joachim Ringelnatz:

Ostern

Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
„Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“
Endlich reimt
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, –
Dann mit jenen Dichterlingen
Und mit deren jugendlichen Bräuten
Draußen schwelgen mit berauschten Händen –
Ach, das denk ich mir entsetzlich,
Außerdem – unter Umständen –
Ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
Durch geheime Gänge und Gedärme
In die Zukunft zieht,
Und wie dankbar wir für solchen Segen
Sein müssen.
Ach, ich könnte alle Hennen küssen.
Die so langgezogene Kugeln legen.

Wer nicht spätestens jetzt den Frühling im Gedärm spürt, der sollte einfach noch ein wenig Ringelnatz lesend hasengleich durch die Welt hüpfen =)

>>> Jochachim Ringelnatz: Das große Lesebuch. Hrsg. v. Mirjam Neusius. Fischer Verlag FaM Gedicht „Ostern“ aus dem Band „Allerdings“, Original v. 1928

Wanted: Freunde der Literatur, Kunst und Philosophie zum regelmäßigen Treffen in Berlin

Vor kurzem hatten wir hier einen Aufruf zur Vernetzung literaturaffiner Blogger – dies hier soll auch ein Aufruf sein, aber in ganz anderer Richtung.

Ob ihr Blogger seid, Bücherliebhaber, Künstler, Philosophen, Freigeister, Irgendwas-mit-Medien-Macher oder einfach Interesse an Literatur, Kunst, Philosophie habt – Wir würden uns gern mit allen Interessierten im Raum Berlin austauschen und regelmäßig persönlich treffen, unabhängig von der virtuellen Welt, und auch unabhängig, ob ihr einen Blog habt oder nicht.

Wir haben einfach Lust darauf, die Bücher- und Kunst-liebenden Menschen in Berlin näher kennenzulernen und sich über Gelesenes, Gelebtes und Kreatives auszutauschen, voneinander zu lernen und sich unverbindlich ab und an in einem gemütlichen Berliner Café zu treffen. Wie oft sieht man jemanden in der U-Bahn ein Buch lesen, dass man selbst liebt, aber spricht denjenigen nicht an, weil man es für indiskret hält, ihn im Alltag und seinem Leseerlebnis zu belästigen – daher dieser kleine Blog-Aufruf. Vielleicht geht es euch ja ähnlich, und ihr hättet Lust, Kunst- und Literaturinteressierte, offene Menschen persönlich kennenzulernen und sich in Gesprächen über all das, was uns so begeistert am Medium Buch, Film, Gemälde, Lied oder sonstwie GeARTetes auszutauschen.

Schreibt uns einfach eine E-Mail an info.aboutsomething@googlemail.com und wir sammeln alle Kontakte und koordinieren dann ein erstes Treffen per Mail.

Wir sind sehr gespannt auf euch da draußen!  Nur los – wir beißen nicht!