Nino Haratischwili: „Das achte Leben“ – oder: Von der Freude während des Lesens

Empfindungen während des Lesens sind immer äußerst unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Es gibt Bücher, durch die man sich mehr oder weniger durchquält, solche, die man ganz weglegt, dann aber auch jene, die einen in den Bann ziehen und die man gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Nino Haratischwilis neuer Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“ ist ein Buch für Genießer: Eines, das man langsam und genüsslich liest, sich auf der Zunge zergehen lässt wie Schokolade. Eines, das man weniger verschlingt, sondern in Ruhe und besonnen liest, da man nicht möchte, dass es zu schnell endet.P1010608_kl

Inhaltlich wird dieses gemäßigte Tempo begünstigt durch die Vielzahl an Figuren und Themen, die sich über ein Jahrhundert hin erstrecken und die Geschichte einer georgischen Familie im 20. Jahrhundert erzählen. Von Stasia über Kostja und Kitty, bishin zur Erzählerin Niza und deren Nichte Brilka spannt sich der Epos. Dabei läuft man allerdings nicht Gefahr, sich beim Lesen zu langweilen: Der Autorin gelingt es, einen dichten Teppich an kleinen und großen Geschichten miteinander zu verweben, historische Fakten und Personen wie Josef Stalin (den Generalissimus) einzubringen und den Spannungsbogen stets aufrecht zu halten.P1010605_kl

Zumindest ist das mein Eindruck nach den ersten 300 Seiten. Ich werde noch eine Weile brauchen – um genussvoll weiterzulesen und freue mich über jegliche Rückmeldungen anderer Haratischwili – Leserinnen, die (in einer gemeinsamen Blogtour) nach und nach ihre Eindrücke wiedergeben:

Von der Vorfreude – bei der Klappentexterin

Von den Eindrücken bei einer Lesung und nach der Lektüre – bei Caterina

Von einem erfüllten Träumen und der Enttäuschung über Nicht-Nominierung – bei Masuko13

Nino Haratischwili: „Das achte Leben (Für Brilka)“ – ist heute bei der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen! 

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