Wir sagen Tschüß!

Liebe Blogleser,

manchmal ist es Zeit, etwas zu beenden, wenn es am schönsten ist. Leider werden wir uns für unbestimmte Zeit aus der Bücherblogwelt verabschieden. Wir haben beide 2012  aus unserer gemeinsamen Leidenschaft zur Literatur diesen Blog gegründet, als die Literaturblogwelt noch klein und überschaubar war. Aus diversen persönlichen und beruflichen Gründen werden wir hier keine neuen Beiträge veröffentlichen. Jedoch lassen wir die bestehenden Rezensionen und Buchtipps online, weil wir sehen, dass sich ab und zu einige Lesehungrige auf der Suche nach „Stoff“ hier einfinden. Es wäre auch schade um unserer Arbeit und das Herzblut, was hier hinein geflossen ist. Das Leben geht weiter und das Literatur erleben auch, wir wenden uns neuen Projekten zu und sind gespannt, was alles noch auf uns zukommt.

Wir sagen „Danke“für all die Leser, die uns hier begleitet haben, für all die Blogger, die uns mit ihren kritischen Kommentaren und intensiven inhaltlichen Auseinandersetzungen bereichert haben, und für all die Buchempfehlungen, die wir durch euch bekommen haben. Danke an all die Verlage für die Rezensionsexemplare, die wir lesen durften und die spannenden Veranstaltungen, an denen wir teilnehmen durften. Wir wünschen euch allen hier weiterhin viel Spaß beim Stöbern. Die Suche sollte euch helfen, die ein oder andere auch ältere Rezension zu entdecken, denn auch wenn wir älter werden, Bücher werden es nicht, sondern bleiben immer aktuell. Jetzt sind wir doch ein wenig pathetisch geworden, aber nun ja, sei es drum 😉

Wer weiß, vielleicht geht es hier irgendwann weiter, in neuem Gewand oder irgendwie anders … Man weiß es nie ;).

Möge die Fantasie mit euch sein!

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Sex sells – auch bei uns …

Beim wöchentlichen Blick auf unsere intere Blogstatistik runzelt man so manches Mal verwundert die Brauen und schießt sich vor Lachen weg. Wir möchten euch nicht vorenthalten, nach welchen Suchbegriffen so manche Leser auf unseren Blog kommen. Man fragt sich, ob wir überproportional viele Artikel zu diesen Stichwörtern haben – in jedem Fall sieht man wieder – Sex sells 😉

Unbenannt

Siri Hustvedt: „Leben, Denken, Schauen“, Essays (2014)

Siri Hustvedt_Essays

Wer Literatur an der Schnittstelle zwischen wirklich guter, lesbarer Unterhaltung und wissenschaftlichem Anspruch mag, wird Siri Hustvedt lieben. Ob in ihren Romanen oder in ihren Essays: Als ihr Leser ist man nach jedem Buch schlauer, bewegter und hatte darüber hinaus eine unterhaltsame Lesezeit, die man mitunter vermisst. Nachdem ich von ihrem Roman „Was ich liebte“ restlos begeistert war, konnte ich nicht widerstehen, als ich vor einigen Wochen eine dieser zufälligen Begegnungen mit ihrem jüngst auf Deutsch erschienenen Essayband „Leben, Denken, Schauen“ hatte. Die Lektüre hat mich wirklich in mehrfacher Hinsicht bereichert. Weiterlesen

Wanted: Freunde der Literatur, Kunst und Philosophie zum regelmäßigen Treffen in Berlin

Vor kurzem hatten wir hier einen Aufruf zur Vernetzung literaturaffiner Blogger – dies hier soll auch ein Aufruf sein, aber in ganz anderer Richtung.

Ob ihr Blogger seid, Bücherliebhaber, Künstler, Philosophen, Freigeister, Irgendwas-mit-Medien-Macher oder einfach Interesse an Literatur, Kunst, Philosophie habt – Wir würden uns gern mit allen Interessierten im Raum Berlin austauschen und regelmäßig persönlich treffen, unabhängig von der virtuellen Welt, und auch unabhängig, ob ihr einen Blog habt oder nicht.

Wir haben einfach Lust darauf, die Bücher- und Kunst-liebenden Menschen in Berlin näher kennenzulernen und sich über Gelesenes, Gelebtes und Kreatives auszutauschen, voneinander zu lernen und sich unverbindlich ab und an in einem gemütlichen Berliner Café zu treffen. Wie oft sieht man jemanden in der U-Bahn ein Buch lesen, dass man selbst liebt, aber spricht denjenigen nicht an, weil man es für indiskret hält, ihn im Alltag und seinem Leseerlebnis zu belästigen – daher dieser kleine Blog-Aufruf. Vielleicht geht es euch ja ähnlich, und ihr hättet Lust, Kunst- und Literaturinteressierte, offene Menschen persönlich kennenzulernen und sich in Gesprächen über all das, was uns so begeistert am Medium Buch, Film, Gemälde, Lied oder sonstwie GeARTetes auszutauschen.

Schreibt uns einfach eine E-Mail an info.aboutsomething@googlemail.com und wir sammeln alle Kontakte und koordinieren dann ein erstes Treffen per Mail.

Wir sind sehr gespannt auf euch da draußen!  Nur los – wir beißen nicht!

Katja auf der Suche nach der verlorenen Lesezeit …

Vielleicht ist dem einen oder anderen Leser unseres Blog aufgefallen, dass die Verteilung der Blogbeiträge in unserem Gemeinschaftsblog etwas ungleich ist. Denn mir fehlt leider leider eines – Zeit, täglich zu lesen und zu bloggen. Wie schön war die Zeit während des Studiums, als ich so viel lesen musste und durfte, was dann in Seminaren besprochen und seziert wurde – die Zeit, als man sich nur in Bibliotheken, Cafés, Parkanlagen, Lese- und Lernkreisen getroffen hat und das alles so gelebt hat. Vorbei … und ich blicke ein wenig sehnsüchtig zurück. Weiterlesen

Über das Lesen

Über das LesenZu lesen ist die schönste und erfüllendste mit (intellektueller) Arbeit verbundene Tätigkeit, die ich mir vorstellen kann. Lesend die Welt wahrnehmen und erfahren bedeutet, über sich selbst hinauszuwachsen und in die Gedanken- und Fantasiewelt eines anderen einzutauchen. Auf keine andere Art und Weise kann ein Mensch direkter und unmittelbarer aus seinem Selbst heraustreten und etwas über sich und andere Menschen lernen. Beim Lesen erweitert man nicht nur den eigenen Horizont, sondern gewinnt durch das Einnehmen des Blickwinkels eines anderen neue Sichtweisen auf die bisher bekannte Welt. Lesen bedeutet daher auch sehen, erkennen und verstehen.

Während man in die Gedankenwelt des Wortes eintaucht, wird man vom Schreibenden und Erzählenden als desjenigen, der durch seine ausformulierten Worte eine neue Welt erschafft, mitgenommen auf eine Reise. Je eindringlicher und metaphorischer diese Worte gewählt werden, desto unterhaltsamer, aufregender und gewinnbringender kann diese Reise sein …
Worte vermögen nicht nur Welten zu erschaffen, sondern gleichfalls zu vernichten. Umso intensiver das Gefühl, wenn die eine bestimmte Erzähleinheit lang andauernde Reise zu Ende geht, man traurig und ein wenig wehmütig zurückgelassen wird und sich von dieser erschaffenen Welt verabschieden muss … Diese erzählte Welt wird während des Lesens nicht nur zur eigenen Welt, sondern auch zur eigenen Zeit und zum gedanklichen Raum, während dessen die „wirklichen“ Faktoren Raum und Zeit undeutlicher und nebensächlicher werden. Ein Buch zu Ende zu lesen, ist, als verliere man einen guten Freund.

Lesen ist ein Er-lebnis und ein Be-greifen –
Beim Lesen verändert sich etwas im Menschen und es ist dadurch als Akt etwas so Besonderes, weil man dabei im Zwiegespräch mit dem eigenen Geist steht und dieses sonst so abstrakte nicht zu greifende oder erklärende „Ich“ irgendwie ein Stück weit fassbarer wird. Das Beste am Menschen kommt durch das Lesen zu seinem eigentlichen Bewusstsein: Die Fähigkeit durch die Kraft der Imagination, die Einbildungskraft abstrakte Welten zu erschaffen, die jenseits aller physischen Erfahrung bestehen können …

Und all dies bloß durch Worte – geschrieben, um gelesen zu werden …