Es ist Herbst und ich empfehle … Rainer Maria Rilke

Blätterfall, rauer Wind, grauer Himmel oder Sonnenschein durch buntes Laubwerk, kühle Abende und laue Nachmittage, Wolkenbruch und nieselnder Regen – in Berlin wird Herbst und das finde ich wunderschön. Der Herbst ist die Jahreszeit, in der ich geboren wurde und seltsamer Weise fühle ich mich diesem sehr verbunden. Meine Blicke baden im Farbenmeer des sich rot-orange-gelb-purpur einfärbenden Laubes und die kräftigen Windböen wirbeln neue Gedanken durch meinen Kopf und vertreiben die alten.

Der Herbst ist Melancholie und Einkehr aber auch Erneuerung für mich und er zeigt mir, dass alles, was im Sommer in voller Blüte stand, einmal vergeht und sich wandelt. Er ist für mich auch irgendwie der poetischste Monat, weil seine kräftigen Farben und seine ganz eigene dunkle Energie viel Kreativität und Schöpferisches hervorbringen kann. Daher lese ich im Herbst auch besonders gern Lyrik. Die emotionale Vielfalt und verzweifelte Stärke des Herbstes haben schon viele Autoren inspiriert diese in lyrischen Bildern einzufangen. Diese Jahreszeit animiert ungemein, die eigenen Empfindungen in Worte zu kleiden und das Innere nach außen zu kehren … Weiterlesen