@bout … VONSAMSTAG

Es ist lange her, dass wir euch einen interessanten Literaturblog vorgestellt haben. Umso schöner, dass es jetzt weiter geht mit unserer Interview-Reihe und wir euch diesmal eine sehr aktive junge Bloggerin vorstellen möchten:  Hannah und ihren noch jungen Blog VONSAMSTAG. Besonders gut an Hannahs Blog finden wir die Vielfalt ihrer Literaturauswahl und die Ehrlichkeit, mit der sie ihre Meinung wieder gibt. Wir freuen uns, dass Hannah trotz ihres Lern- und Studiumsstresses Zeit für unsere Fragen gefunden hat und uns einen Einblick in die Hintergründe ihrer Beweggründe zu bloggen, gibt. Viel Spaß beim Entdecken von Hannahs Blog und ihren Bücherwelten!

Warum bloggst du und worum geht es in deinem Blog?Hannah vonsamstag

Ich habe erst diesen Sommer mit meinem Blog angefangen und schreibe dort etwas zu den Büchern, die ich lese. Ich bin thematisch nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt, sondern mag es, auch mal etwas Neues zu entdecken und weiterzugeben. Durch das Aufschreiben und die weitere Recherche kann ich das Gelesene für mich noch vertiefen und intensivieren. Notizen machen und darüber nachdenken, was ich gelesen habe, passiert bei mir fast automatisch, durch das Bloggen erweitere ich das. Beim Bloggen mag ich besonders gerne den Austausch mit anderen, die gegenseitige Kritik und die immer neuen Literaturtipps. Das motiviert mich ungemein und macht sehr viel Spaß.

Welche Art und welches Genre der Literatur bevorzugst du?

Ich mag es nicht, mich auf einen Bereich festzulegen, weil ich auch schon bei von mir zunächst unbeachteten Genres großartige Werke entdecken konnte, die mir sonst entgangen wären. Fantasy und alles, was als „Frauenliteratur“ beworben wird, ist eher weniger mein Ding. Im Allgemeinen lese ich gerne zeitgenössische Romane und Sachbücher über historische, politische oder kulturelle Themen, aber auch Klassiker und Krimis sind immer wieder spannend. Das Buch muss mich einfach ansprechen.

Durch das Studium und ganz privates Interesse interessiert mich alles über Osteuropa mit am meisten – dort gibt es spannende, hierzulande oft noch unentdeckte literarische Schätze. Thematisch würde ich in Zukunft vielleicht einen Schwerpunkt auf Literatur aus den postsowjetischen Ländern legen, um einen kleinen Beitrag zu leisten, dass sie hier etwas bekannter wird.

Was ist für dich ein gutes Buch?

Ein gutes Buch erkenne ich oft erst im Nachhinein, wenn die Geschichte mich lange nach dem Lesen noch nicht loslässt. Es spricht mich inhaltlich an und bietet mir beim Lesen etwas Neues, sei es durch den Stil, einen besonderen Wortschatz, die Optik oder ein Thema, über das ich noch gar nicht nachgedacht habe. Besonders toll finde ich es, wenn ein/e Autor/in es schafft, Grenzen zu verwischen, sodass ich als Leserin nicht mehr weiß, was wahr und was falsch ist. Ein richtig gutes Buch ist so dicht geschrieben, dass sich mir eine neue Welt eröffnet, dass ich mich mit den Charakteren ärgere und freue. Es muss mich berühren und lange nachwirken können.

Welcher Autor/Künstler hat dich besonders beeinflusst?

Beeinflusst im Sinne von Liebe zur Literatur geweckt, haben mich in ganz jungen Jahren wie so viele wohl die Harry Potter Romane, die mir eine ganz neue, fantasievolle und interessante Welt gezeigt haben, an denen sich sämtliche danach gelesen Werke erstmal messen lassen mussten. In der Schulzeit mochte ich Goethe und Lessing, später habe ich dann einige Werke von Kafka und Bulgakov für mich entdeckt. Auch José Saramago, Gabriel García Márquez und Jorge Luis Borges haben mich sehr geprägt und lange begleitet.

Was möchtest du mit deinem Blog erreichen?

Ich möchte mich über Literatur austauschen und Werke vorstellen, die vielleicht andere Leser genauso begeistern können, wie mich. Mit meinem Blog habe ich kein konkretes Ziel ins Auge gefasst. Ich mache mir keinen Druck, eine gewisse Leserzahl oder besonders viele Aufrufe zu erhalten. Sich gegenseitig zu inspirieren und immer offen für Neues zu sein ist mir allerdings schon wichtig und langfristig hoffentlich möglich.

Die 5

Nenne ein Buch, das dich zum Lachen bringt!

Zuletzt konnte ich über den Klamauk-Humor in Marc-Uwe-Klings Känguru-Reihe lachen. Manche Wortspiele sind so großartig und die Geschichten so absurd, dass ich die Bücher jedes Mal mit einem breiten Grinsen im Gesicht beendet habe.

Schon etwas länger her ist „Picknick auf dem Eis“ von Andrej Kurkow, das mir durch seinen makaberen Humor lange im Gedächtnis geblieben ist.

Nenne ein Buch, das dich zum Weinen bringt!        

„Moonlight Shadow“ eine kurze Erzählung der japanischen Autorin Banana Yoshimoto, die mich emotional sehr berührt hat – es geht um den Tod und die unbändige Wut darüber, einen geliebten Menschen zu verlieren. Trotzdem erscheint gerade noch rechtzeitig die helfende Hand, die nach einem ausgestreckt wird, bevor man verzweifelt.

Nenne ein Buch, bei dem für dich die Zeit still steht!

Ich weiß alleine schon von meinem Blog-Eintrag, dass mir nur wenige in meinem unbändigen Lob zustimmen, aber „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel García Márquez ist für mich ein solches Buch. Ich schlug es auf, und war sofort in Macondo, dem fiktiven Dorf mitten im kolumbianischen Urwald.

Nenne ein Buch, das dich enttäuscht hat!

Zuletzt war es Ferdinand von Schirachs „Tabu“, das meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte. Auch „Das goldene Notizbuch“ von Doris Lessing konnte mich nicht begeistern.

Nenne ein Buch, das dein Leben verändert hat!

„Der Meister und Margarita“ von Bulgakov. Ich könnte es immer wieder lesen und jedes Mal etwas Neues entdecken. Die Erzählung ist unglaublich dicht und zeigt viele wahnsinnig skurrile Situationen. Gleichzeitig ist es eine schöne und unschnulzige Liebesgeschichte. In diesem Buch ist einfach alles enthalten, was die Welt ausmacht: Das Wechselspiel zwischen Gut und Böse, Leben und Tod, Gott und Teufel, Wahrheit und Fiktion.

Liebe Hannah – vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen, den aufschlussreichen Einblick und viele neue Literaturtipps.

 

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2 Gedanken zu “@bout … VONSAMSTAG

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