Wir sagen Tschüß!

Liebe Blogleser,

manchmal ist es Zeit, etwas zu beenden, wenn es am schönsten ist. Leider werden wir uns für unbestimmte Zeit aus der Bücherblogwelt verabschieden. Wir haben beide 2012  aus unserer gemeinsamen Leidenschaft zur Literatur diesen Blog gegründet, als die Literaturblogwelt noch klein und überschaubar war. Aus diversen persönlichen und beruflichen Gründen werden wir hier keine neuen Beiträge veröffentlichen. Jedoch lassen wir die bestehenden Rezensionen und Buchtipps online, weil wir sehen, dass sich ab und zu einige Lesehungrige auf der Suche nach „Stoff“ hier einfinden. Es wäre auch schade um unserer Arbeit und das Herzblut, was hier hinein geflossen ist. Das Leben geht weiter und das Literatur erleben auch, wir wenden uns neuen Projekten zu und sind gespannt, was alles noch auf uns zukommt.

Wir sagen „Danke“für all die Leser, die uns hier begleitet haben, für all die Blogger, die uns mit ihren kritischen Kommentaren und intensiven inhaltlichen Auseinandersetzungen bereichert haben, und für all die Buchempfehlungen, die wir durch euch bekommen haben. Danke an all die Verlage für die Rezensionsexemplare, die wir lesen durften und die spannenden Veranstaltungen, an denen wir teilnehmen durften. Wir wünschen euch allen hier weiterhin viel Spaß beim Stöbern. Die Suche sollte euch helfen, die ein oder andere auch ältere Rezension zu entdecken, denn auch wenn wir älter werden, Bücher werden es nicht, sondern bleiben immer aktuell. Jetzt sind wir doch ein wenig pathetisch geworden, aber nun ja, sei es drum 😉

Wer weiß, vielleicht geht es hier irgendwann weiter, in neuem Gewand oder irgendwie anders … Man weiß es nie ;).

Möge die Fantasie mit euch sein!

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Wolfgang Herrndorf: „Arbeit und Struktur“

roBerlin_SU_Herrndorf_HK_f_Mattfolie.inddVor 1,5 Jahren hat Laura bereits hier über Wolfgang Herrndorfs Blogbuch „Arbeit und Struktur“ geschrieben. Nun habe ich dieses Buch zuende gelesen und bin sehr berührt. Laura hat eigentlich schon alles gesagt, dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Es ist einfach nur verdammt traurig, dass er von dieser beschissenen Krankheit dahingerafft wurde und so beeindruckend, welchen Mut er besaß, selbst zu bestimmen, wann Schluss ist. Daher möchte ich Herrndorf selbst sprechen lassen und einige Stellen aus seinem Blog nennen, die mich besonders nachdenklich gemacht haben.

Ich lese den Wikipedia-Artikel zum Thema Narzissmus und komme zu dem Ergebnis., dass es sich in Wahrheit nicht um unterschiedliche Ängste handelt, sondern um eine einzige: Der Tod ist schließlich nichts anderes als die Mitteilung des Universums an das Individuum, nicht geliebt zu werden, die Mitteilung, nicht gebraucht zu werden, dieser Welt egal zu sein. (…)

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About @bout…

JA, es ist still geworden auf diesem Blog. Das hat seine Gründe: Während die eine von uns beruflich bloggt und soviel am Computer sitzt, dass sie anschließend froh ist, den Laptop auslassen zu können und sich dem Offline-Leben zu widmen (Katja), ist die andere Mama geworden und hat zwar glücklicherweise noch Zeit zum Lesen, aber kaum mehr Zeit um darüber zu schreiben (Laura) …

Wir haben uns gefragt, ob es nicht sinnvoller ist, das Bloggen mangels Zeit erstmal sein zu lassen.

Aber irgendwie liegt uns doch noch daran, über das, was wir lesen oder in der Kunstwelt entdecken, zu schreiben und mit euch zu teilen. Daher werden wir weitermachen – wenn auch wesentlich unregelmäßiger, in kürzeren Artikeln, dafür mit neuem frischen Design und hoffentlich auch mehr Kunst neben der Literatur.

Stricken_Wolle_und_so
Stricken ist Entspannung. Man muss einfach mal offline sein.

Denn auch mit herausforderndem Job bzw. Baby bleibt uns doch die Leidenschaft für das Lesen!

Das schönste Lesezeichen der Welt
Das schönste Lesezeichen der Welt

In diesem Sinne…
danke für eure Treue, euer Verständnis und
auf baldiges Wiederlesen!

Künstler im Gespräch #1 Zeichnerin Susanne Haun

@boutsomething möchte mit dieser neuen Interview-Reihe in Abständen Künstler und Autoren vorstellen, deren Werk uns beeindruckt und auf eine eigene Art fasziniert. Dazu besuchen wir die Künstler oder treffen uns zum Gespräch. An unseren neugierigen Fragen werden wir euch hier teilhaben lassen, damit ihr einen ganz persönlichen Eindruck erhaltet.

Den Anfang machen wir mit einem Besuch bei der Berliner Zeichnerin Susanne Haun. Die äußerst sympathische gebürtige Weddingerin lernten wir wiederum über ihren Besuch auf unserem Blog kennen und es entstand ein interessanter Austausch.

Susanne Haun, die von sich selbst sagt, die Zeichnung sei für sie wie ein zusätzliches Sinnesorgan, kann bereits auf eine lange Reihe internationaler Einzelausstellungen sowie Gemeinschaftsausstellungen zurückblicken. Seit 2011 studiert sie außerdem Kunstgeschichte an der FU Berlin.

Auf ihrem Blog berichtet Susanne Haun regelmäßig von ihrer Arbeit, die sie auch in Bild und Text zeigt, und damit für den Leser und Betrachter sehr persönlich thematisiert. Er ist ihr Sprachrohr. Dort tritt sie direkt aus ihrem Künstleratelier in Kontakt mit der Welt. Das macht die Künstlerin u.a. so sympathisch und interessant. Wir durften heute Susanne in ihrem neuen Weddinger Atelier- und Wohnraum besuchen, um mit ihr über die Beweggründe und die Entstehung ihrer vielfältigen und beeindruckenden Tusche-Zeichnungen und Druckgrafiken zu sprechen.CIMG4235  

Wann hast du begonnen, dich als Künstlerin wahrzunehmen?

Das war 1989. Da hab ich das erste Mal Sachen von mir auf dem Kunstmarkt in Spandau gezeigt.

Wenn man sich das erste Mal dem Publikum zeigt, dann fängt man an eine Wahrnehmung für die Kunst zu bekommen. Wenn ich zurückschaue, merke ich bei mir dann eine Entwicklung. Auch jetzt noch. Ich stelle immer fest, dass ich jedes Jahr mehr weiß. Wie z. Bsp. bei der Beschäftigung mit dem Antonius oder jetzt bei Dürer, mit dem ich mich im Rahmen eines Uni-Seminars beschäftige. Aber ich denke, das erste Mal, das war der Mut sich nach außen zu zeigen. Weiterlesen

@bout … Muromez

Wir dürfen euch diesmal einen Blog vorstellen, dem wir schon länger folgen, der ganz fein und leise, aber tiefgehend und voller Leidenschaft für Sprache und Literatur Gelesenes rezensiert, ohne nur dahinzuplappern: Muromez. Hinter diesem interessanten Blognamen steckt Ilja Regier, über den ihr hier mehr erfahrt: http://muromez.wordpress.com/wer/

Wir freuen uns sehr, dass Ilja bereit war und die Zeit gefunden hat mitten in den Wirren des Sommers unsere neugierigen Fragen zu beantworten – danke dafür. Ab geht’s …

@bout … Muromez

...

Warum bloggst du und worum geht es in deinem Blog?

Allgemein geht es „lediglich“ um (rezensierte) Literatur. Hin und wieder hinterlasse ich auch mal ein paar Gedanken, die mir nachts beim Schmöken auf dem Balkon durch die Birne gehen und die ich beim Aufwachen wieder verdrängt hätte. Deswegen schätze ich die Funktionen eines Blogs: gegen das Vergessen anzukämpfen und dass andere wiederum manchmal tatsächlich dadurch erreicht werden können. Außerdem lese ich durchs Bloggen wahrhaftig intensiver. Mache mir irgendwelche (imaginäre) Notizen. Untersuche nach Beendigung irgendwelche Passagen noch mal etc. pp. Werde darüber hinaus kreativer. Verbessere mein Schreiben. Weiterlesen

@bout… 365 Tage „aboutsomething“

Ihr Lieben,

wir sind nun tatsächlich ein Jahr dabei und wir blicken ein wenig stolz auf 365 Tage „aboutsomething“ zurück…

Beide sind wir als Blogneulinge gestartet und haben einige bereichernde, überraschende Erfahrungen sammeln dürfen.
Besonders freut uns, dass ihr euch hierher gewagt habt, um mit uns in den Austausch über Kunst und Literatur zu treten! Und besonders schön ist natürlich, dass wir einige tolle, gleichgesinnte Menschen kennengelernt haben, ob nun digital oder im realen Leben.

Da wir beide uns gerne mal frische Luft um die Nasen wehen lassen, haben wir umgestaltet – wie die treuen Leser sicher bemerkt haben 😉 – und auch die „konstanten Seiten“ wurden restauriert:

@bout… stellt uns nun auf neue Weise kurz vor; und unter

Favourites findet ihr ein paar unserer Gedanken zu den ganz relevanten Fragen rund um Literatur und Kunst und was uns daran so bewegt!

Schaut euch um und fühlt euch wohl,

wir danken herzlichst für eure Lesertreue,

Katja & Laura

Writeaboutsomething auswärts: Der Dialog über den Dialog

Vor kurzem erreichte uns eine freundliche E-Mail der Autorin Ulrike Rudolph vom Gemeinschafts-Blog Seitenspinnerinnen, den sie gemeinsam mit ihren Autorinnenkollegen Mila Lippke, Beate Sauer und Brigitte Glaser pflegt.

Die Seitenspinnerinnen beschäftigen sich diesen Monat mit dem Thema Dialog und luden uns beide ein, ihnen ein paar Fragen zum Thema Bloggen als Dialogform zu beantworten. Dies liegt bei uns ja nahe, da wir des öfteren unsere Blogartikel in Dialog-Form verfassen und sehr am Dialog mit den Lesern interessiert sind. Wer neugierig ist und schon immer mal etwas über unsere Motivation zu bloggen, unser Blogkonzept sowie unsere Einstellung zu Blogkommentaren erfahren möchte, der darf gern bei Ulrike und „Kolleginnen“ vorbeischauen und hier wie dort kommentieren. Sowohl konstruktiv, als auch völlig unsachlich, emotional oder sinnentleert – frei nach dem Motto „Feedback ist alles“ – *Ironie an* Jetzt könnt ihr mal direkt auf unsere Thesen zum Blogdialog eingehen und uns mitteilen, was ihr uns schon seit Blogbeginn letzten Juli mitteilen wolltet. Wir freuen uns auf den Austausch! =)

Hier gehts zum Gastartikel >>> Literarischer Teesalon: Zu Gast die beiden Bloggerinnen vom Kunst-Literatur-Blog „aboutsomething“

Lesen ist Erkennen

Vor einiger Zeit habe ich euch hier an meinen Meta-Überlegungen zum guten Buch teil haben lassen – dies ist also nun eine Art „Gute Bücher, böse Bücher Teil 2“. Dabei bin ich darauf eingegangen, wie es mir mit Buchempfehlungen anderer Leser geht und wie ich darauf reagiere. Nun möchte ich an dieser Stelle anknüpfen und erläutern, woran ich mich persönlich bei der Auswahl des zu Lesenden orientiere und welche Faktoren auf die Bewertung Einfluss haben. Es sind drei Punkte, die in meine Buchbesprechungen einfließen – die Lesererfahrung, die Leseerwartung, das Leseerlebnis und der Geschmack. Es macht einen Unterschied, welche Art von Büchern ich gewohnt bin zu lesen, da ich automatisch Vergleiche ziehe, assoziiere und an andere Bücher und Autoren erinnert werde. Die Art des Lesens verändert sich auch durch ein Literaturstudium, und ich möchte jetzt nicht sagen, sie werde besser, sondern anders, gezielter, strukturierter, intensiver … Dabei möchte ich jetzt keine Diskussion über den Anspruch von Literaturkritik und Buchbesprechungen erwecken, wohl aber das Bewusstsein dafür schärfen, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob man gewisse Techniken der vergleichenden Literaturbetrachtung kennen gelernt und bei der Lektüre angewendet und mehrfach durchexerziert hat, oder ob man einen völlig unbedarften und von jedem Interpretationswerkzeug befreiten „naiven“ Blick auf Gelesenes hat. Beides hat sicherlich Vorteile, und manchmal wünsche ich mir mehr von dieser naiven Lesart, die nicht jeden Satz hinterfragt oder bei bestimmten Figurenkonstellationen gelangweilt an allzu oft schon beschriebene Sujets erinnert wird. In jedem Fall prägt die eingehende Lektüre der Klassiker europäischer Moderne, und schult die Aufmerksamkeit für sprachliche Besonderheiten sowie die Leseempfindung. Vor allem wenn man bei der akribischen Deutung von Sätzen und dem Auf-den-Grund-gehen von Konstellationen und Erzählstrukturen erkennt, wozu Sprache fähig ist, bleibt dennoch so manche Literatur immer noch geheimnisvoll oder hermetisch sich aller noch so angestrengten Deutung verschließend. Literaturstudium ist Fluch und Segen, denn die Leseerwartung ändert sich durch die Leseerfahrung. Dabei habe ich noch lange nicht alle Klassiker gelesen und immer noch ein enorme Liste von Autoren vor mir, denen ich mich noch nicht adäquat widmen konnte. Will heißen – Ich habe eine höhere Leseerfahrung mit der Lektüre von Romanen, Essays und Novellen der Autoren um die Wende des 19. Jhds. als mit moderner Literatur seit 1990. Das hängt eben mit meinem damaligen Studiengang und dem Schwerpunkt meiner Universität zusammen. Wobei ich auch hier schon seit dem Ende meines Studiums einiges nachgeholt habe. Weiterlesen

Litblog-Interviewreihe, die Erste – @bout … 1001Bücher von Juneautumn

Auf unserer Reise durch die Welt der virtuellen Literatur-und Kunst-Blogs
möchten wir euch hier hin und wieder Blogprojekte vorstellen, die uns
besonders gut gefallen. Vor allem möchten wir dadurch zu einem Teil zur weiteren Vernetzung beitragen und zeigen, wie vielseitig, individuell und einzigartig ein jeder Blog ist – wir möchten diese Vielseitigkeit ein wenig sichtbar machen und Spuren hinterlassen. Wir freuen uns darauf, wer ihr da draußen seid, welche Ideen hinter eurem Blog stecken und welche Leidenschaften euch antreiben. Seid also gespannt! 

JuneautumnDen Anfang macht Juneautum mit ihrem Blog 1001Bücher.
Sie war die Erste, die
Writeaboutsomething endeckt und kommentiert hat und deren ambitioniertes
Blogprojekt wir euch unbedingt näher bringen möchten. Vielen Dank an June für die interessanten Einblicke in deine Blogidee! Weiterlesen

Aufreger des Tages: „Bloggen über Literatur – das macht hierzulande fast nur die Britin Katy Derbyshire, und das auch noch in englischer Sprache.“

Ich bin soeben beim Umherwandern im Netz und auf Twitter über einen Artikel eines Johannes Schneider in der Online-Ausgabe des Tagesspiegel gestolpert, der mich ziemlich aufregt: Literaturblogger in Deutschland Bits über Bücher“.

Darin geht es um die Bloggern Katy Derbyshire, die als Engländerin über deutsche Gegenwartsliteratur bloggt und um den Blogger Stefan Mesch. Der Tonus des Artikels lautet, es gäbe kaum oder keine deutschen Blogger, die anspruchsvoll über Literatur bloggen und Gegenwartsbücher empfehlen würden: „In Deutschland dagegen seien es vor allem die Fans von Genreliteratur, die einander im Netz Inhaltsangaben und Kaufempfehlungen schrieben, vor allem aus den Bereichen Fantasy oder „Frauenliteratur“. „Chick Lit“, wie Derbyshire das nennt. „Die Nische, in der ich mich hier bewege, ist sehr klein.“

Blogger Stefan Mesch wird weiterhin zitiert: „Ich frage mich, warum nicht viel mehr Menschen über Literatur bloggen. Die Technik ist da. Das Publikum auch. Und eine Art Sehnsucht.“ Der Journalist und Autor des Artikel scheint sich selbst gar nicht auf Recherche begeben zu haben, denn merkt dazu nicht viel an. Und so entsteht der Eindruck, es gebe bei uns kaum anspruchsvolle Literaturblogs. Das erbost mich dann schon etwas. Unser kleines Blogbaby ist ja noch ziemlich jung und ich möchte jetzt keinen Wettstreit ausrufen, wer anspruchsvoller schreibt. Aber meine Recherchen, Spaziergänge und Stöberungen im Netz, ja die Kommentierenden hier in unserem Blog und bei euch bibliophilen Lesern da draußen sprechen doch aber eine ganz andere Sprache – dass absolut einige sehr gute, kritische, vielseitige Literatur- und Philosophieblogs im deutschsprachigen Netz unterwegs sind. Diese gibt es auch nicht erst seit gestern, wenn man sich die Mühe macht, sich diese Blogs näher zu betrachten, bemerkt man sehr wohl, dass einige schon seit mehreren Jahren serh aktiv über anspruchsvolle Gegenwartsliteratur bloggen.

Sicherlich gibt es auch die zahlreichen „Chick-lit“-Blogs, wie sie der Artikel ein wenig hämisch benennt, aber man kann jetzt doch nicht alle deutschen Blogger über einen Kamm scheren!? Das finde ich äußert unangemessen und für einen Journalisten sehr traurig, weil äußerst schlecht recherchiert. Er untergräbt hier die Arbeit und das Herzblut vieler Blogs, die Laura und ich hier sehr gern lesen und schätzen, weil sie wunderbare literarische und poetische Schätze entdecken und besprechen.

Nicht zuletzt die tolle Interviewreihe von Gesine von Prittwitz über bibliophile Blogger belegt die Vielfalt in unserer „Bloggerszene“, wenn es eine solche gibt. Durch ihre Vorstellungen zahlreicher Literaturblogs bin ich auf einige ganz tolle Blogs gestoßen, die meinen Lesevorlieben sehr ähnlich sind, und da ist keine reine Genreliteraturempfehlung dabei.

Ich fühle mich von diesem Artikel als frische Literaturbloggerin nicht persönlich angegriffen, aber ich als Redakteurin erwarte von einem Journalisten, dass er sich informiert und rechercheriert und damit ein ungefähres Bild der Realität abgibt. Hier geht er völlig daran vorbei, hatte keine Lust zu recherchieren oder Zeitdruck. Ansonsten ist mir nicht klar, wie er zu dieser Wahrnehmung kommt. Es scheint, er gebe nur die Meinung zweier einzelner Blogger wieder, die ihrerseits wiederum nicht wirklich sehr viel im Netz unterwegs zu sein scheinen. Schaut man sich die Blogroll von Katy Derbyshire an, findet man auch kaum einen der mir bekannten anspruchsvollen Blog wieder. Es sei ja jedem selbst überlassen, wen er verlinkt und wen er im Netz gut findet. Jeder bewegt sich eben in seinem eigenen kleinen Kosmos. Aber wie kann es sein, dass ein Journalist, sich a) nicht weiter informiert und b) ich innerhalb nur weniger Wochen eine derartige Fülle von mir sehr nahen Literaturblogs kennen lerne, die er scheinbar völlig außen vor lässt.

Sicherlich ist es ein Unterfangen, wenn man als neuer kleiner Blog, wie wir es sind, gelesen und gefunden werden möchte – aber unsere Erfahrung zeigt, dass Blogger durchaus immer auf der Suche nach Gleichgesinnten sind und sich gegenseitig vernetzen und man sich dann schnell findet.

Mal abgesehen davon, dass hier alle Blogs in einem Topf geworfen werden, ist es wirklich traurig, wenn eine so selektive Meinung sich in einem Blatt wie dem Tagesspiegel wiederfindet, dass viele Menschen lesen, die jetzt den Eindruck gewinnen könnten, es gäbe keinerlei „gute“ (was auch immer das ist) Literaturblogger in unserem Land. Zum Glück gibt es die Kommentarfunktion, die auch schon von Gesine von Prittwitz und anderen genutzt wurde, um das klarzustellen.

Ich möchte euch hiermit nahe legen, den Artikel im Tagesspiegel zu lesen und dort zu kommentieren. Ich würde mich auch gern mit euch darüber austauschen und bin gespannt, was ihr darüber denkt und ob ihr meine Aufregung versteht oder euch das nicht im mindesten tangiert …